Das Cortina Bus Tofana Projekt zielt darauf ab, den unterirdischen Permafrost zu stabilisieren, der erste Anzeichen von Bodenabsenkungen zeigt. Dies wird durch eine Kombination aus vertikaler Geothermie und einer elektrisch betriebenen Kälteanlage, die von einer Photovoltaikanlage gespeist wird, erreicht. Der Permafrost wird durch die Kühlung wieder in seinen festen Zustand versetzt. Hierfür werden 10 Geothermiesonden mit einer Länge von 20 Metern eingesetzt, die dem Boden Wärme entziehen. Das System nutzt eine Kühlflüssigkeit (Wasser und Frostschutzmittel) bei einer Temperatur von -8°C.
Die geothermischen Sonden entziehen dem Boden Wärme und übertragen diese an die elektrische Kälteanlage, die den Boden weiter abkühlt. Diese Anlage befindet sich im Servicegebäude der Seilbahnstation und nutzt ein Kältemittel, das durch einen Kompressor zirkuliert und durch einen Wärmetauscher (Verdampfer) Energie aus dem Boden aufnimmt. Das gasförmige Kältemittel wird dann komprimiert, um seine Temperatur und seinen Druck zu erhöhen, bevor es durch einen weiteren Wärmetauscher (Kondensator) an die Außenluft abgegeben wird. Das Kältemittel verflüssigt sich dabei wieder und gibt die aufgenommene Wärme an die Umgebung ab.
Zur Energieversorgung des Systems wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 16,5 kWp genutzt. Diese Anlage ist auf dem Dach der Bergstation der Seilbahn installiert und sorgt dafür, dass die benötigte elektrische Energie für die Kälteanlage und die Umwälzpumpen direkt vor Ort erzeugt wird. Die horizontal installierten Solarpaneele minimieren den ästhetischen Einfluss und sind optimal gegen Wind und Wetter geschützt. Über das Jahr hinweg deckt die Photovoltaikanlage den gesamten Energiebedarf des Systems, wodurch ein CO2-neutraler Betrieb erreicht wird.
Das System ist darauf ausgelegt, eine Kühlleistung von etwa 8 kW bereitzustellen, um den Permafrostboden über Jahre hinweg stabil zu halten. Eine thermische Simulation des Untergrunds wurde durchgeführt, um das Verhalten des Bodens über eine Betriebsdauer von 25 Jahren zu analysieren und sicherzustellen, dass die Kühlleistung ausreicht, um die Stabilität des Bodens langfristig zu gewährleisten.